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Warum ich für Mädchen schreibe…

Weil Pubertät doof ist. Weil Mädchen sich gerne mit ihren Themen beschäftigen und Probleme lösen möchten. Weil ich gut Rat geben kann. Weil ich finde, dass Mädchen ihrer weiblichen Intuition vertrauen sollten.

Pubertät ist eine pickelige unzufriedene blöde ätzende Zeit … alles verändert sich, von Kopf bis Fuß ist der Körper plötzlich nicht mehr derselbe, die Laune schwankt zwischen Himmel und Hölle, die bisherige Identität geht flöten, eine neue ist noch nicht gefunden. Mädchen erleben die Adoleszenz anders als Jungen, körperlich und sozial, sie erleben durch Gesellschaft und Medien eine starke Verunsicherung und müssen sich aus vertrauten Bindungen lösen, obwohl sie sich eigentlich nach Verlässlichkeit sehnen. Da gibt es jede Menge Probleme, kleine und große, ernsthafte und weniger ernsthafte Sorgen … und die gilt es zunächst wahrzunehmen.

Reden bedeutet für Mädchen Konfliktbewältigung. Manchmal funktioniert das zwischen Freundinnen und/oder der Mutter leider nicht, deswegen ist es gut, wenn es Romane – und Ratgeber! – gibt, die ihre Probleme spiegeln, sie in ihrem Mädchensein bestätigen, sie aber auch ihre eigene Mädchenrolle selbstkritisch reflektieren lassen. Ich möchte Mädchen in meinen Büchern nicht in ihren Problemen und Rollenklischees bestätigen, sondern stark machen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ihren eigenen Weg zu gehen.

Ich stehe für ein feministisches Mädchenbild.

Ich wende mich gegen Klischees wie Zicken und Schlampen und schreibe gegen überkommene Moralvorstellungen an.

Ich stehe für eine lustvolle Sexualität, selbstbestimmtes Verhalten und eine positive Weiblichkeit.

Ich wünsche mir, dass Mädchen und Frauen wieder mehr auf ihr gutes Bauchgefühl hören.

Ich will mit meinen Ratgeber-Romanen hilfreich sein, konkret und verbindlich werden, mich nicht in Allgemeinplätzen verlieren, die Leserinnen zum eigenverantwortlichen Handeln anregen. Hierzu finden sie konkrete Tipps, Beispiele, Übungen zum Ausprobieren. Mädchen sollen über ihren Körper und seine wunderbaren Funktionen Bescheid wissen und gleichzeitig lernen, sich wieder auf ihr Bauchgefühl zu verlassen, damit sie sich nicht von Medien, Männern und anderen Frauen verunsichern lassen oder gar ihr Frausein als pathologischen Fall diagnostiziert bekommen.

Würde ich mich als Literaturwissenschaftlerin kritisch analysieren, würde ich sagen, die Autorin macht nichts anderes als Joachim Heinrich Campe in seinem „Väterlichen Rath für meine Tochter“ (1796) und die hieraus folgenden traditionellen Mädchenbüchern um die Jahrhundertwende. Die Ratgeberromane rund um Sina stehen in der aufklärerisch-didaktischen Tradition der Jugendliteratur, bieten ihrer Leserin Wissen, Orientierung und Identifikation. Anhand einer Beispielgeschichte in Ich-Form transportieren sie Sachverhalte und Lehrreiches.

Ich gebe also einen „mütterlich-freundschaftlichen“ Rat an Mädchen, natürlich unter anderen zeitgenössischen Umständen und mitunter weniger angepasst, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Das gilt insbesondere für die aktuelle feministische Diskussion und wenn es darum geht, aktuelle Mädchenbilder vor allem in Mädchenbüchern kritisch zu reflektieren.