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Huch, ein Buch! Das Jugend- und Kinderliteraturfestival in Damstadt.

Als wir, Alfred Hofmann (Buchhändler), Meike Heinigk (Veranstalterin) und ich (Autorin) 2011 auf die Idee kamen, in Darmstadt ein Jugend- und Kinderliteraturfestival zu initiieren, haben wir nicht mit diesem großartigen Erfolg gerechnet.

Ursprünglich für nur einen Tag gedacht, hat sich Huch, ein Buch zu einem richtig beliebten Literaturfestival für jungen Menschen etabliert. Eine Woche lang gibt es in Darmstadt an verschiedenen Orten zahlreiche Lesungen von etablierten Kinder- und Jugendbuchautoren. Die Veranstaltungen finden fast alle Vormittags statt. Denn es ist schwierig, am Nachmittag oder Abend Literaturveranstaltungen für die ganze Familie durchzuführen, die dann eher auf Fußballplätzen, in Musikschulen oder der Hausaufgabenbetreuung verweilt oder eben generell terminmüde ist. Dass eine Lesung locker mit der Kurzweiligkeit eines Kinofilms mithalten kann, glaubt einem nicht jeder. Schule, Lernen, auch Lesen ist bei vielen Menschen in Deutschland immer noch als Vormittagstätigkeit im Kopf, obwohl alle unsere europäischen Nachbarn schon seit Jahrzehnten Ganztagsunterricht haben. Aber wir arbeiten daran und unsere tollen Veranstaltungen sprechen für sich.

2015 haben wir Hessischen Leseförderpreis für die Idee und den Aufbau des Festivals erhalten, weil dieses neben dem Spaß am Lesen und der Vermittlung des Themas Buch auch immer Leseförderung in Form von Workshops, Schreibwettbewerben oder ähnlichem anbietet. Dies hat uns motiviert und die Möglichkeit gegeben, mit Schulklassen auch ganzjährig an Texten und einer Präsentation beim kommenden Festival zu arbeiten. Überhaupt hat sich die Zusammenarbeit mit Lehrern und Schulen bewährt. Ab diesem Jahr werden wir Schulen zu Partnerschulen benennen. Die Schulen haben dann das Festival fix auf ihrer Agenda und kommen es mit vielen Klassen besuchen, im Gegenzug binden wir Schüler, Schulklassen oder AGs in die Festivalorga mit ein oder organisieren Workshops an der Schule oder ähnliches. Je früher Schulen mit uns in Kontakt treten, desto eher können wir auch auf Bedarfe reagieren und unsere Lesungsauswahl beispielsweise auf bestimmte Jahrgänge abstimmen.

Nach dem Festival ist immer vor dem Festival. So sind wir dann ein Jahr damit beschäftigt, das nächste Festival zu planen und zu organisieren. Wir lesen zahlreiche Neuerscheinungen, treffen Autoren und Verlagsmenschen, besuchen Lesungen und sind natürlich auf der Buchmesse in Leipzig und Frankfurt unterwegs. Um dem Festival einen Rahmen zu geben, setzen wir gerne einen thematischen Schwerpunkt. Manchmal stehen auch in unserer Stadt Themen auf der Agenda, die sich dann ebenfalls für unser Festival eignen, so wie beispielsweise 2016 die Nachhaltigkeit mit „In Welt und Umwelt und um Welt herum“ oder in diesem Jahr, in dem Darmstadt als Digitalstadt startet, „Ins Netz gegangen!“ und die Digitalisierung.
Glücklicherweise funktioniert es in Darmstadt wunderbar, mit verschiedenen Kulturinstitutionen, Orten und Menschen ein gemeinsames Programm auf die Beine zu stellen. Auch hat sich unser „Huch, ein Buch!“ rasch in der Fachwelt herumgesprochen, sodass sich Verlage und Autoren oft freuen, wenn sie von uns eingeladen werden.

Um das Festival zu finanzieren, müssen alljährlich neue Förderanträge gestellt werden. Die jährlich auftretende Diskussion und die Mühe um die Finanzierbarkeit sind lästig, zumal alle relevanten Personengruppen die Notwendigkeit der Leseförderung als ganz wichtig erachten. Das dokumentiert sich auch in der Tatsache, dass nach einer kürzlich veröffentlichten Studie 20% der Viertklässler nicht richtig lesen können. Um so wichtiger, dass es unser Festival gibt!