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Gucken verboten! Aber Lesen nicht …

Kinder von heute sind ganz schön aufgeklärt. Meistens. Sollte man denken.

Aber trotz Sexualkundeunterricht in der Schule haben sie jede Menge Fragen und wollen alles Mögliche wissen.

Kein Buch der Welt ersetzt Nähe und ein vertrauensvolles wie offenes Gespräch mit den Eltern. Aber wir alle wissen, wie peinlich peinlich diese Situationen in Wirklichkeit sind. Gut, wenn Kinder fragen und authentische Antworten bekommen. Besser, wenn sie Aufklärungsbücher zur Hand haben, die ihnen die wichtigsten Dinge rund um Körper und Sexualität erklären und wenn sie dann ganz für sich, Stück für Stück, ihre eigene Sexualität erkunden können. Die Erfahrung zeigt, dass sie sich immer genau mit den Themen beschäftigen und auseinandersetzen, die für sie aktuell angesagt sind. Und gerade in dem Alter zwischen 9 und 14 ist das Bedürfnis nach Aufklärung rund um Körper und Sexualität sehr unterschiedlich.

Im letzten Jahr habe ich an „Gucken verboten“ gearbeitet, ein witziges, unverblümtes Buch zum Thema. Pia und Paul schreiben abwechselnd an einem gemeinsamen Tagebuch, in dem sie über ihre jeweils aktuellen körperlichen Veränderungen erzählen. Angefangen bei den ersten Veränderungen an Pimmel und Busen geht es weiter über Pickel, Stimmbruch und Schwitzen zu den „inneren“ Anzeichen der Pubertät wie erste Blutung oder Samenerguss. Natürlich erkläre ich auch, wie ein Baby entsteht. Und was man tun muss, wenn man keins haben möchte. Und wie das ist, wenn Männer Männer lieben und Frauen Frauen. Vor allem aber geht es mir auch um das Mitfühlen und -erleben der hormonellen Achterbahnfahrten während der Pubertät, dieses permanente Häuten der Jugendlichen, das sie so müde und für ihr Umfeld so ungenießbar macht. Denn für Pia und Paul fangen mit ihren knapp 13 Jahren diese typischen Identitätskrisen gerade an – und wir Leser sind mitten drin!

Die Illustrationen sind von Katharina Vöhringer, die die besten Illus ever beigesteuert hat: www.katharinavoehringer.de