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Töwerhaven

Töwerhaven, so heißt Livs Lieblings-Ort in meinem Buch Erdbeersommer, wo sie ihre Ferien bei Onkel Piet, Tante Isodora und mit ihrem Schimmelhengst Hauke verbringt.

Töwerhaven gibt es natürlich nicht in echt, aber fast. Wer genau liest und sich auskennt, findet Elemente von bekannten Städten und Inseln der Nordseeküste wieder. Und wer sich jemals mit alten friesischen Wörtern beschäftigt hat, der weiß, dass das Wort „Töwer“ soviel wie „Zauber“ bedeutet …

Ich mache mir im Vorfeld immer viele Gedanken über die Orte und meine Figuren in meinen Texten. Der Ort, an dem meine Geschichte spielt, muss zu mir passen und mich inspirieren, in „Erdbeersommer“ ist es die Nordsee. Ich liebe das Tosen der Wellen, ich kann stundenlang am Strand entlanglaufen oder in den Dünen sitzen und dem Meer zuschauen, wie es kommt und geht. Ich mag das Gefühl der nackten Füße im Sand, den Geschmack der salzigen Luft auf meinen Lippen, es riecht alles nach Freiheit und lässt mich innerlich groß und weit werden. Dann können Gedanken fließen – und neue Ideen zu mir.

Meine Figuren bekommen eine Biografie inklusive Geburtsdatum, Haarfarbe, Aussehen, Macken, Vorlieben … und einen Namen! Wenn meine Hauptfigur nicht getauft ist, kann ich auch nicht schreiben. Bei Sina ging es leicht, bei Alicia musste ich ein bisschen überlegen, aber Liv kam auch schnell zu mir. Vor allem, dass sie rote, lockige Haare hat, war für mich wichtig. Und zwar weil ich selbst total glatte, langweilige Spaghettihaare habe und immer genau eine solche Mähne haben wollte!

Töwerhaven liegt irgendwo an der Nordsee am Wattenmeer, es gibt eine weite Bucht und eine bröckelnde Steilküste am Oststrand, im Hinterland ein kleines Wäldchen mit einem ruhigen See, Erdbeerfelder – und einen alten Leuchtturm, zu dem Liv gerne heimlich reitet, denn hier spukt es, sagen die Dorfbewohner, es gibt da die Legende vom Leuchtturmmädchen … trotzdem oder gerade deswegen fühlt sich Liv von diesem Ort magisch angezogen und es ist vor allem ihr Pferd Hauke, der sie immer wieder dorthin bringt – und damit in besondere Situationen, die Livs Leben für immer verändern.

Das Leuchtturmmädchen
(…) Bei Ebbe kann man das abgebröckelte Fundament des alten Leuchtturms heute noch sehen, längst wurde an anderer Stelle ein neuer errichtet. Den Steg und das Boot gibt es jedoch immer noch. Und in Vollmondnächten, wenn Lichter über das aufgewühlte Wattenmeer irren und Nebelwolken die Sicht erschweren, wispern die alten Leute im Ort: Das ist Gesche auf ihrem Pferd, sie sucht ihren Vater …